Klaus Holetschek

MdL Klaus Holetschek und Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns warnen vor einem Abbau von Arztsitzen

05.11.2014, 16:34 Uhr | Pressemeldung

Memmingen. Im Referentenentwurf für das Versorgungsstärkungsgesetz wurde eine Forderung einiger Krankenkassen nach einem verstärkten Abbau von Arztsitzen mit aufgenommen. Vor den Folgen warnen Klaus Holetschek, Landtagsabgeordneter und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Pflege und Dr. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, anlässlich eines gemeinsamen Treffens in Memmingen.
Foto: Privat.Foto: Privat.
 Holetschek: "Es ist nicht hinzunehmen, dass landesweit aber auch konkret in meinem Stimmkreis Arztsitze der allgemeinen fachärztlichen Versorgung wegfallen sollen - darunter Frauenärzte, Hautärzte oder Kinder- und Jugendmediziner." Im Regierungsbezirk Schwaben sollen sogar 73 Hausarztpraxen überzählig sein, wundert sich Holetschek. Dr. Wolfgang Krombholz von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns ergänzt: "Ein möglicher Abbau von bis zu 690 Hausarzt-, 2765 Facharzt- und über 1200 Psychotherapeutensitzen entspricht sicher nicht der Versorgungsrealität in Bayern." Laut Holetschek wäre das der „worst case“, also der am schlimmsten eintretende Fall, jedoch müsse man diesen Überlegungen bereits jetzt präventiv entgegenwirken nach dem Motto „Wehret den Anfängen“. Ironischerweise finde sich der Vorschlag zum verstärkten Abbau von Arztsitzen im Entwurf zum so genannten Versorgungsstärkungsgesetz. Die ambulante Versorgung in Bayern werde durch diese Maßnahme aber sicher nicht gestärkt – im Gegenteil, ein massiver Abbau von Arztsitzen verschlechtere die ärztliche Versorgung der bayerischen Bevölkerung, so Dr. Krombholz weiter. Daher appellieren Holetschek und Dr. Krombholz an die Bundespolitik, diese geplante Regelung fallen zu lassen und die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung nicht zu gefährden.

Foto (Privat): MdL Klaus Holetschek mit dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Dr. Wolfgang Krombholz.