Klaus Holetschek

Stimmkreisbesuch von Europaministerin Dr. Beate Merk

15.01.2015, 09:02 Uhr | Johannes Wiest

Memmingen/Erkheim/Heimertingen (jw): Auf Einladung des hiesigen CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek besuchte Europaministerin, Dr. Beate Merk, begleitet vom Vorsitzenden des Memminger Kreisverbandes der Europa-Union, Lajos Oszlari, den Sozialkunde-Unterricht einer elften Schulklasse im Memminger Vöhlin-Gymnasium. 

Dabei erhielten die Schüler Gelegenheit der Ministerin Fragen zu stellen. Sie nutzten die Gelegenheit ausgiebig und löcherten die Ministerin mit zahlreichen Fragen. Eines ihrer Hauptthemen bezog sich auf die Jugendarbeitslosigkeit in Europa. "Nachdem Deutschland und vor allem Bayern derzeit wirtschaftlich sehr gut dastehen stellt sich dieses Problem bei uns nicht", so die Ministerin. "Es gibt bei uns mehr Stellenangebote als Bewerber, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern in denen die Jugendarbeitslosigkeit regelmäßig zweistellig ist". "Was sagen sie, wenn junge Europäer nach Deutschland kommen und bei uns Arbeit suchen", so eine andere Frage. Und "soll Deutschland Vorbild sein für ärmere Länder", eine weitere Frage. "Junge Menschen bei der Arbeitssuche zu unterstützen finde ich gut", so die Ministerin. "Wir müssen diesbezüglich junge Menschen  unterstützen, wo wir können". Deutschland werde in seinem Verhalten positiv wahrgenommen, ergänzte Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek. "Europa ist eine funktionierende Gemeinschaft in der man Toleranz und Hilfsbereitschaft erwarten muss". Fragen zum umstrittenen Freihandelsabkommens TTIP standen ebenfalls im Fokus. Laut Ministerin Merk ist TTIP und der Abbau von Handelshemmnissen beispielsweise ganz wichtig für die Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa. "Das Thema ist bei uns leider sehr emotional besetzt", fügte Holetschek hinzu. "Menschen befürchten den Abbau europäischer Standards. Schuld daran ist sicherlich auch die fehlende Transparenz". Nicht minder interessierte die Schüler aber auch das Thema duale Ausbildung. "Würden sie uns ein duales Studium empfehlen", wollte eine Schülerin wissen. "Das duale Ausbildungs-System ist sehr erfolgreich. Mit der Kombination von theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung werden Jugendliche vorbildlich auf ihr Berufsleben vorbereitet", war die positive Antwort der Ministerin. Doch auch persönliche Fragen waren offensichtlich für einige Schüler interessant. So zu Beispiel die Frage an beide Politiker: "Was hat sie bewogen der CSU beizutreten?" Darauf Merk: "Mir hat die Politik von Franz-Josef Strauß so gut gefallen. Weitere Fragen der engagierten Schüler wurden leider durch das ertönen des Gongs unterbrochen der die Unterrichtsstunde beendete und auch die Ministerin an ihr weiteres Programm erinnerte. Bei ihr stand unter dem Titel: "Europa - gemeinsam sind wir stark" ein Treffen in Erkheim mit Vertretern von europäischen Partnerschaftsvereinen und Freundeskreisen aus dem westlichen Landkreis Unterallgäu an, an dem auch Memmingens Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger und Alexandra Störl vom Memminger Europabüro teilnahmen. Bereits während des Mittagessens berichteten die einzelnen kommunalen Vertreter von ihren meist sehr positiven Erfahrungen solcher Städtepartnerschaften. "Ihr seid die Basis die Europa prägen, ihr arbeitet an der europäischen Idee mit an vorderster Front", lobte Holetschek die Runde während Merk die Wichtigkeit von Partnerschaften in Europa und der Welt unterstrich. Bürgermeister Birkle aus Buxheim, als einer der Vertreter der Kommunen, bestätigte: "Man kann viel von einander lernen", erinnerte aber auch an anfängliche Skepsis bei den Bürgern mit Aussagen: "Was koscht des und was bringt's uns". Die anfallenden Kosten der meist mehrtätigen gegenseitigen Besuche der Delegationen und generelle Fördermittel scheinen allerdings die Partnerschaftsidee mancherorts ein bisschen zu bremsen. Weniger komplizierte Programme und dafür mehr finanzielle Unterstützung hieß deshalb eine der Forderungen an die Ministerin. Ideelle und praktische Unterstützung bei weiteren Fragen sagte dagegen die Vertreterin des Europabüros, Störl, zu. Letztlich absolvierte die Ministerin noch einen vereinbarten Besuch bei Heimertingens Metallveredelungsfirma Thoma. Der rund 100 Mitarbeiter zählende Betrieb schilderte im Gespräch über ihren existenzbedrohenden Kampf mit der Unsicherheit durch das REACH Programm. Ein kompliziertes und vielschichtiges System das neben den Auswirkungen des EEG das Überleben einer ganzen Branche bedrohe und die Unterstützung der Politik einfordere, so die Geschäftsführende Gesellschafterin Andrea Thoma-Böck. 

 

Bildunterschrift:

Europaministerin Dr. Beate Merk und MdL Klaus Holetschek sprechen mit Schülern beim Sozialkunde-Unterricht im Vöhlin-Gymnasium. Foto: Johannes Wiest.