Bad Staffelstein. Im Rahmen der Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Banz fand auf Initiative der Abgeordneten Walter Taubeneder und Klaus Holetschek ein Gespräch zum Thema „Verbesserung der finanziellen Ausstattung der Kur- und Heilbäder“ statt. Neben vielen Landtagskollegen waren auch Finanzminister Dr. Markus Söder und Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer anwesend.

Holetschek, zugleich Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbandes (BHV): „Die bayerischen Heilbäder und Kurorte sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Bayern. Sie stehen für 100.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum und erzielen eine Wertschöpfung von 3,7 Milliarden Euro“. Zwar könnten sich diese Zahlen sehen lassen, doch hätten die Kurorte und Heilbäder seit den 90iger Jahren einen gigantischen Strukturwandel erlebt. Die ambulanten Badekuren sind von 900.000 auf nunmehr 54.000 zurückgegangen. Zudem haben die Orte auf der einen Seite höhere Aufwendungen zu tätigen, als normale Orte in derselben Gegend, das heißt, sie müs-sen – um dem europäischen Wettbewerb standhalten zu können – permanent in die Infrastruktur und die Qualität investieren. Auf der anderen Seite sollen sie zunehmend die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sichern. „Um diesen Kraftakt zu bewältigen, brauchen die Kurorte größere Unterstützung“, so Taubeneder und Holetschek unisono. Österreich etwa nehme für den Bereich Gesundheitstourismus sehr viel Geld in die Hand. Der Bayerische Heilbäder-Verband unternehme überdies große Anstrengungen, um den massiven Rückgang von ambulanten Badekuren zu begegnen. Mit der Marke „Gesundes Bayern“ möchten wir eine starke Marke für den Gesundheitstourismus etablieren. Auf diese Weise sollen auch zusätzliche Ein-nahmequellen für die Orte erschlossen werden. „Die verordneten Kuren gehen deutlich zurück. Aber für Reisen in Kombination mit Gesundheitsangeboten besteht nach wie vor ein großer Markt“, so Holetschek. Nicht alle Kurorte sind jedoch glei-chermaßen erfolgreich in der Vermarktung. Mit einer starken Marke könnte da dem einen oder anderen Ort durchaus ein Anschub gegeben werden. Finanzminister Söder habe die Kurorte bereits während seiner Zeit als Gesundheitsminister unterstützt. Dies wolle er auch in Zukunft tun und brachte in diesem Zusammenhang die Idee einer bes-seren Verzahnung von Staatsbädern und kommunalen Bädern im Bereich Marketing ins Spiel. Der Vorsitzende der AG Tourismus, Klaus Stöttner, wies darauf hin, dass es dank der CSU-Fraktion gelungen ist, die Mittel für den Tourismus, speziell auch für den Gesundheitstourismus, zu erhöhen. Staatssekretär Pschierer versprach indes bessere Rahmenbedingungen für die Gesundheitswirtschaft. Abschließend wurde vereinbart, dass es eine interministerielle Gesprächsrunde zur Stärkung der Kur- und Heilbäder und der besseren Koordinierung der Aktivitäten der Staatsregierung in diesem Bereich hin geben wird.