Klaus Holetschek

"Energiewende als Chance für unser Land"

16.07.2014, 15:51 Uhr | Johannes Wiest

Energiepoltische Gespräche zur Novelle des Erneuerbaren Energiengesetzes (EEG)

Klosterbeuren (jw): Zu einem Energiepolitischen Gespräch auf Einladung des Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek trafen sich der CSU-Kreisverband AK Energiewende und Umwelt mit Kreis- und Stadträten, Bürgermeister sowie Bauernverband und CSU-Vorstandschaften in den Geschäftsräumen des Ziegelwerkes Klosterbeuren. Als Hauptreferent sprach CSU-Energieexperte, Dr. Georg Nüßlein (MdB), zum Thema "Energiewende als Chance für unser Land".
s. Textende. Foto: Johannes Wiest.s. Textende. Foto: Johannes Wiest.
Erneut war das Ziegelwerk Klosterbeuren, als energieintensives Unternehmen der Region, Veranstaltungsort von energiepolitischen Gesprächen mit Vertretern der CSU, nachdem bereits im Vorjahr MdL Klaus Holetschek mit der Geschäftsführung über das Thema diskutiert hatte. Umsatzeinbußen im Export durch nachlassende Wettbewerbsfähigkeit, mit der Folge von Arbeitsplatzverlusten im Unternehmen, verursacht durch hohe Energiekosten, bereiten dem mittelständischen Unternehmen ernstzunehmende Probleme. Eine Befreiung von der EEG-Umlage stand damals im Mittelpunkt der Überlegungen.
 
Nun ging es in den Gesprächen erneut um die Auswirkungen der grundsätzlich akzeptierten Energiewende, hin zu erneuerbaren Energien. "Die Energiewende ist unumkehrbar, muss aber von der Politik bürgerverträglich und zu bezahlbaren Preisen umgesetzt werden", sagte MdL Klaus Holetschek. "Dabei ist eine hohe Transparenz der Vorgangsweise notwendig um die Akzeptanz der Bevölkerung zu erhalten. Ziel ist aber weiterhin, für energieintensive Unternehmen, Einsparungen zu erreichen um Deutschland nicht zu deindustriealisieren".
 
Dr. Georg Nüßlein, ausgewiesener Experte in der CSU für Energiefragen und Hauptredner der stark besuchten Veranstaltung, ging anschließend auf alle Bereiche der derzeit bekannten Techniken erneuerbarer Energien und deren finanzielle Förderung ein und erklärte den derzeitigen Sachstand zur Umsetzung im Freistaat. Die Bandbreite seiner Ausführungen reichte von der Photovoltaik-, Windkraft- und Biogasanlagen bis hin zur Geothermie, einschließlich der geplanten und von Bürgern durch Demonstrationen hart umkämpften Stromtrassen von Nord nach Süd. Schwerpunkt seiner Informationen war dabei die kürzlich erfolgte Novellierung des EEG. "Die Diskussion um Bauwerke und Energieeinsparungen wäre allerdings nötiger", sagte Nüßlein. Es mache keinen Sinn ganz Deutschland mit Styropor zu verkleben. Dabei gehöre Strom und Wärme unbedingt zusammen und müsse auch zusammen diskutiert werden. Tatsache sei, dass derzeit der Strompreis an der Börse immer billiger doch beim Kunden immer teurer werde. Es müsse daher ein Markt für erneuerbare Energien entwickelt werden. Es müsse vermieden werden, dass Deutschland durch überhöhte Strompreise seine Industrie stranguliere. Dabei lägen gerade in Bayern in der Nutzung der Wasserkraft noch ungeahnte Möglichkeiten zur Stromerzeugung. Durch die Novelle des EEG sei es jetzt zumindest gelungen den Preisanstieg zu verlangsamen. Doch das EEG sei nur ein Baustein der Energiewende, nicht das Herzstück. Man brauche jedoch ein ordentliches Regelwerk um den selbst erzeugten Strom zu verkaufen. Die Energiewende in seiner ganzen Komplexität müsse immer wieder neu durchdacht werden und entwickle sich zu einem Generationen-Projekt. 
Die anschließende Diskussion, moderiert von der Kreisvorsitzenden, AK Energiewende und Umwelt, Dr. Ingrid Fickler, zeigte allerdings, dass unter den Teilnehmern, trotz vieler interessanter Informationen, durchaus noch offene Fragen geblieben sind.

Bildunterschrift:
 
Die beiden Geschäftsführer des Klosterbeurer Ziegelwerkes Thomas Thater (3.v.links) und Hubert L. Thater (rechts) mit den CSU-Politikern, von links: MdB Stefan Stracke, Dr. Ingrid Fickler - Kreisvorsitzende AK Energiewende und Umwelt, MdB Dr. Georg Nüßlein und MdL Klaus Holetschek. Foto: Johannes Wiest.